Fachtag Autismus vom ASB Ulm

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Kleine Anfrage im Stuttgarter Landtag zum Thema:
Integration / Inklusion von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen

 

Kleine Anfrage als PDF


Ehrenamtspreis für unsere Vorsitzende Agathe Engert

 

Laudatio

29. November 2010
Hellger Koepff, Dekan

Liebe Frau Engert, meine Damen und Herren

Was mache ich, wenn ich in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft an den Rand gedrängt bin? Werde ich aggressiv, reagiere ich mit dem Rückzug ins Schneckenhaus – oder nutze ich gerade meine scheinbar geschwächte Lebenslage, um daraus Stärke für mich selbst und vor allem für andere zu gewinnen? Jesus gibt in seiner Erzählung vom ausgestoßenen Samariter, der sogar dem unter die Räuber gefallenen das Leben gerettet hat, eine eindeutige Antwort.

Sie, Frau Engert, wandeln in seinen Spuren. Sie haben drei Kinder, erziehen diese allein. Zwei ihrer Kinder sind an verschiedenen Formen von Autismus erkrankt. Schon drei Kinder alleine zu erziehen fordert einen Menschen, erst recht aber wenn diese Erkrankungen hinzu kommen. Dennoch haben Sie aus dem, was Sie sicher manchmal leidvoll über und mit der Krankheit erfahren haben, Stärke gewonnen. Sie haben eine Selbsthilfegruppe gegründet, unterstützen Eltern und Kinder denen es ebenso geht wie Ihnen. Wie drängend das ist, zeigt eine Information auf der Homepage ihrer Gruppe: Im Landkreis Biberach leben über 1000 autistische Menschen – in der Stadt Biberach kommen jedes Jahr etwa zwei weitere Kinder mit Störungen aus dem autistischen Spektrum auf die Welt.

Dabei wissen wohl die wenigsten von uns, was Autismus ist. Und in Deutschland sind Forschung und Therapie noch weit hinter den angelsächsischen Ländern zurück. Ich bin wahrlich kein Fachmann, aber ich habe verstanden: Diese psychische Erkrankung schränkt die Kommunikation der Betroffenen erheblich ein. Informationen und Wahrnehmungen werden nicht so verarbeitet wie bei anderen Menschen. Das stellt die Eltern autistischer Kinder vor erhebliche Herausforderungen.

Zu der schwierigen persönlichen Situation kommen all die Schwierigkeiten unzureichender Therapie und Förderung hinzu, bis hin zu den sozialen, gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen, die diese Erkrankung nötig hätte.

Sie, Frau Engert, haben es sich zur Aufgabe gemacht, andere zu unterstützen – als Anlaufstelle für Betroffene in den jeweils individuellen Lebensumständen – und in politischer Lobbyarbeit. Sie machen die Situation an Autismus erkrankter Menschen öffentlich, etwa in einer Broschüre. Vor allem aber helfen Sie mit, dass die speziellen Gaben dieser Kinder und Jugendlichen gefördert werden und zum Leuchten kommen, ich denke an das Buch ihres Sohnes. Sie informieren uns alle über die Erkrankung und zeigen uns, wo wir blinde Flecken in der Wahrnehmung haben. Es wäre zu wünschen, dass wir alle mehr über Autismus wüssten.

Als ich Sie das erste Mal in der Bonhoefferkirche traf, ist mir Ihre Fröhlichkeit gut in Erinnerung geblieben. Sicher sind Sie's nicht immer. Aber Betroffenheit und Engagement und Fröhlichkeit schließen sich nicht aus.

Die Jury würdigt diesen ganzen Einsatz heute mit dem Ehrenamtspreis des Landkreises. Er zeigt exemplarisch, dass ehrenamtliches Engagement nicht erst da beginnt, wo ich meine eigenen Sachen in trockenen Tüchern habe.

Persönlich wünsche ich von Herzen Gottes Segen für Sie selbst und für Ihre Kinder.

 

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