Was unsere Kinder wirklich brauchen!

 

Zum Konzept für die Beschulung autistischer Kinder.

 

Leider ist es bis heute in vielen Fällen so, das mit der Schulzeit ein langer Leidensweg unserer Kinder vorprogrammiert ist.

In den letzten Jahren tut sich einiges. An was scheitert es dann?

In folgenden Punkten möchte ich die Erfahrung aus meiner  jahrelangen Arbeit in unserer Selbsthilfegruppe weitergeben.

Schule:

In Schulen sind Lehrer oft nicht genügend für Kinder mit Behinderungen vorbereitet.

Es herrscht Unsicherheit im Umgang mit Schulbegleiter.

Die Klassen sind für autistische Kinder grundsätzlich eine Belastung,  dies kann selbst ein Schulbegleiter nicht ausgleichen.

Bei autistischen Kindern ist gutes Lernen oft nur möglich wenn :
ein fester Ablauf den Unterricht nicht zu unüberschaubar macht.
Gruppenarbeit  kein Muss  für diese Kinder
Ein überschaubares Maß an Hausaufgaben, vor allem übersichtlich
Klassen klein sind oder es die Möglichkeit gibt, in einem anderen Raum weiter zu arbeiten.

Generell sind für autistische Kinder Hausaufgaben eine echte Herausforderung, sie brauchen oft länger. Wenn sie einen schlechten Tag haben kann es sein, sie können Gelerntes nur bedingt abrufen.

Keine Strafen wenn das Kind die Hausaufgaben nicht ganz schafft, das sehen was sie schaffen!

   Diese Kinder brauchen andere Zielsetzung weniger Lernstoff wenn nötig
   Sie brauchen Erfolg um an Schwächen zu arbeiten

 

Pausen in der Schule:

weil Pausen unüberschaubare Situationen sind und im ganzen ein Schultag sehr anstrengend ist brauchen unsere Kinder Ruheräume, Möglichkeiten sich zurück zu ziehen.

Auf der anderen Seite möchten sie aber auch Anschluss haben und zur Gemeinschaft gehören.
Wichtige Hilfestellung wären hier betreute Aktionen aber auch die Möglichkeit sich zurück zu ziehen.
Meiner Tochter hilft Kontakt mit Tieren. In der Pause ein Spaziergang mit Hund.
Es gibt Gruppen die Begleitung mit Hunden anbieten.

Schulbegleiter.

Es ist wohl nichts so umstritten wie die Einsetzung eines Schulbegleiters, obwohl das Wissen da ist, dass es oft nur diese Möglichkeit gibt für autistische Kinder am Schulunterricht teilzunehmen.

Eltern erleben nicht selten ein Spießrutenlauf bis zur Genehmigung und dann noch jemanden  finden.

Schulbegleiter könnten nicht nur für unsere Kinder ein wahrer Schatz sein!

Schulbegleiter müsste zum festen Berufsmöglichkeit entwickelt werden!

Klare Aufgaben je nach Kind als Unterstützung für Lehrer ,als Vermittler zwischen Schule und Elternhaus. Es wäre sogar zu überlegen dass Schulbegleiter auch zu Hause als Entlastung wenn nötig eingesetzt werden.

Schulbegleiter als Grundunterstützung für jede Schule!

Schulbegleiter die z.B. in den Sommerferien schon die zu betreuenden Kinder kennen lernen könnten und so auch die Stärken und Interessen der Kinder kennen als Grundlage für Ihre Arbeit.

Es passt nicht jeder Schulbegleiter zu jedem Kind wir sind alle verschieden!

Was sehr wichtig ist bei diesen grundsätzlichen Überlegungen ist  dass Schulbegleiter ersetzbar sein müssten.

Wenn unsere Kinder Vertrauen zu einer Person aufgebaut haben bricht eine Welt zusammen wenn der Lehrer Therapeut oder gar der Schulbegleiter erkrankt. Dann haben wir Eltern oft die Kinder zu Hause .

Warum nicht ein System entwickeln, in dem feste Schulbegleiter in der Schule integriert,  diese Kinder begleiten .Von Anfang an ist es sinnvoll  mindestens 2 Schulbegleiter einzubinden, vielleicht verschiedene Fächer damit abzudecken.

 

Schulbegleiter brauchen auch Grundrechte wie Lohnfortzahlung

Recht auf Fortbildung
Versichert sein
 
Sie müssen abschätzen dürfen wann das zu begleitende Kind eine Pause braucht.
Nur so haben diese wertvollen Begleiter unserer Kinder selbst Sicherheit!

 

Und wenn alle Bemühungen ins Leere laufen?

Wenn ich selbst nicht zwei Asperger Kinder hätte die nicht unterschiedlicher sein könnten könnte ich mich nicht in Situationen hineinversetzen, die wirklich ausweglos sind!

Was dann, wenn einfach kein Zugang mehr zu finden ist um das Kind weiter zu beschulen?

 

Ein Plan für Notfälle. Eltern, Lehrer ,Therapeuten, Schulbegleiter müssen wissen, dass autistische Kinder von einem Augenblick auf den anderen nichts mehr ordnen können. Meine Tochter beschreibt dies als absolutes Chaos im Kopf .Zitat von Ihr:,, Mama ich werde noch verrückt, ich hab so ein durcheinander im Kopf . Es fühlt sich an wie ein Wirbelsturm;;. Sie kann es oft nicht sagen warum es so ist verzweifelt an sich selber. Was passiert dann im Unterricht? Sie rennt raus schlägt mit dem Kopf an die Wand oder sitzt unterm Tisch und zittert, kann nichts mehr tun. Zu Hause schreit und weint sie, zittert am ganzen Körper, kann keine Nähe zulassen. Sehr Anstrengend für alle!!

In solchen Fällen brauchen wir ein enges Netz an Möglichkeiten von behandelnde Ärzten ,Kliniken, ambulanten Hilfen,  wo einfach in solchen Notfällen Kinder schnell aufgenommen werden können! Es gibt nichts schlimmeres,  als dass Eltern ihre Kinder bis zu einem Jahr zu Hause haben müssen.

Die Möglichkeit diese Kinder wieder zu integrieren wird bei jedem solchen Vorfall geringer.

Das was Eltern oft erleben ist die Unfähigkeit schnell zu reagieren, es vergeht viel Zeit. Schuldzuweisungen zwischen Schule, Elternhaus und zuständigen Ämtern wie Schulamt, Jugendamt, was letztendlich nicht zu einer schnellen, gut durchdachten Hilfe  führt ,sondern zu Nervenaufreibenden Streitereien in dem das Kind der Verlierer ist.

So wie wir sind alle Autisten verschieden?

Bei all dem was wir versuchen zu entwickeln müssen wir alle in ein Boot hohlen! Lehrer müssen auch sagen dürfen “ hier hab ich klare Grenzen”. Wir brauchen weiterhin verschiedene Schularten und Möglichkeiten zur Beschulung unserer Kinder!

Wir als Eltern brauchen klare Richtlinien für Hilfen,  die landkreisübergreifend umzusetzen sind. Es darf nicht sein, dass Landkreise selbst entscheiden dürfen welche Hilfen sie genehmigen ohne zu berücksichtigen was das Kind braucht.

Eltern brauchen Sicherheiten um diese schwierige Erziehungsarbeit leisten zu können!

Denn auch wir Eltern müssen zu Hause einiges leisten für die Entwicklung unserer Kinder,
es ist Arbeit!!

 

Inklusion ist nicht kostenneutral.

 

Zum Thema Inklusion von Agathe Engert

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